„Fährtenhund“ – eine Spezialisierung im Rahmen der FCI-Prüfungsordnung! Was darf man von einem solchen Spezialisten erwarten?
Die Prüfungsordnung (FH 2) gibt uns Antworten:
„Auf Anweisung des LR wird der Hund langsam und ruhig zur Abgangsstelle geführt und angesetzt. Der Hund muss am Ansatz intensiv, ruhig und mit tiefer Nase Witterung nehmen. Der Hund muss dann mit tiefer Nase, in gleichmäßigem Tempo, intensiv dem Fährtenverlauf folgen. Der Hund muss die Winkel sicher ausarbeiten usw.“
Das ist die Wunschvorstellung. Natürlich darf auch ein spezialisierter Hund Fehler machen, von der Fährte abweichen, sich orientieren usw. Man muss aber von einem solchen Hund erwarten dürfen, dass er grundsätzlich motiviert auf engstem Raum den Fährtenverlauf wieder aufnehmen und das Fährtenende erreichen will. Dazu muss er natürlich das Hörzeichen „Such“ beim Ansatz als Hörzeichen verstehen, vergleichbar mit den Kommandos „Fuß“, „Sitz“ oder „Platz“ in der Unterordnung.
Dieses geschulte Verhalten zeigten an den beiden Veranstaltungstagen nur wenige Hunde. So liest sich das Endergebnis denkbar unangenehm. 2x V, 3x sehr gut, 4x befriedigend (davon 2x im untersten Bereich) und 8x mangelhaft. Es fällt auf, das kein Hund die Wertnote „gut“ erreichte. Solche Hunde kämpfen sich beispielsweise mit Punktverlust durch Schwierigkeiten, überzeugen aber durch ihre hohe Motivation. Es fehlte also auch der Unterbau vor dem „sehr gut“.
Die Frage ist angesichts dieses Ergebnisses, wie sich unser LV zukünftig nach innen und außen präsentieren soll? Zwei hoch bewertete Sichtfährten (Qualifikation und das Ergebnis der Landesfährtenhundmeisterschaft) lösen nicht das Problem. Es fehlt die qualitative Komponente. An dieser Stelle möchte ich unseren 1.Vorsitzenden V. Sulimma zitieren, der darauf hinwies, dass nur wenige Sportfreunde aus Schleswig-Holstein in der Vergangenheit die BSP-Anforderungen bewältigt haben. Wir müssen also dafür sorgen, dass sich nur Hunde für die BSP qualifizieren, die ihre Vorleistungen auf jedem fährtenfähigen Untergrund untermauern. Wir sollten dem Willen der PO folgen und Sichtfährten im Rahmen unserer Meisterschaft ausschließen, selbst wenn dazu eine Terminverschiebung aufgrund der Geländeverhältnisse nötig ist. Das werden wir im LV-Vorstand diskutieren.
Abschließend möchte ich von ganzen Herzen bei diversen Sportfreunden bedanken:
Höchste Anerkennung gebührt den Fährtenlegern, die sich wie immer größte Mühe gegeben haben und selbst bei starkem Nebel fehlerfrei orientierten. Das Team Neumünster-Nord als Ausrichter war wiederum erfolgreich in der Durchführung. Dass sich kurzfristig überraschend Geländeprobleme ergeben haben, war bitter, aber in diesem Falle nicht voraussehbar. Mein Dank gilt ausdrücklich Edgar Lembke und Marco Grönke, die eine Meisterschaft in dieser Größenordnung möglich gemacht haben. Unser LR, Rudolf Jürgens, fand die richtige Reihung und überzeugte. Dazu kommen viele hilfreiche Hände, die mit Eifer dabei waren.
An erster Stelle stehen natürlich unsere Hundeführer, die in motivierter und sportlicher Manier antraten und sich sicherlich mit hohem Aufwand und Fleiß vorbereitet haben.
Gratulieren möchte ich ganz besonders den Sportfreunden, die ich für die BSP IPO FH melden durfte:
Landesfährtenhundmeister 2015 mit kontinuierlich hervorragenden Vorleistungen: Marco Grönke mit seinem Attack Malinoid und 99 P./ Vorzüglich
Vizesieger: Wolfgang Schmidt mit Akito von den Halunken und 96 P. / Vorzüglich
Drittplazierte: Petra Stellmacher mit Josch und Andreas Puschmann mit Anno vom Kellerkopf - Beide erreichten 95 P. / SG.
Ich wünsche viel Glück bei der Bundessiegerprüfung!
Fotos Sabine und Knut Weiß



